Methodik: wie hier gerechnet wird
Diese Seite gibt Zahlen aus, nach denen Leute ihr Geschäft ausrichten. Also steht hier, woher jede davon kommt, und wo dieses Modell an seine Grenzen stößt.
Der Rechenweg
In dieser Reihenfolge, ohne Abkürzung:
- 365 Kalendertage abzüglich 104 Wochenendtage ergeben 261 Werktage.
- Davon ab: Feiertage, Urlaub, Krankheit, Weiterbildung und Ausfalltage. Übrig bleiben die Anwesenheitstage.
- Anwesenheitstage mal Arbeitsstunden je Tag ergeben die Anwesenheitsstunden.
- Abzüglich des unproduktiven Anteils bleiben die Produktivstunden. Das ist die entscheidende Größe.
- Personalkosten und Gemeinkosten ergeben zusammen die Jahreskosten.
- Jahreskosten geteilt durch Produktivstunden ergeben die Selbstkosten je Stunde.
- Plus Gewinnzuschlag, geteilt durch den Gegenwert des Forderungsausfalls, ergibt den Angebotssatz netto.
- Plus Umsatzsteuer ergibt den Bruttosatz für Privatkunden.
Warum der Forderungsausfall kein Aufschlag ist
Hier weicht diese Seite bewusst von der Formel ab, die fast überall steht, und zwar nicht aus Eigensinn.
Üblich ist, Gewinn und Forderungsausfall beide als Aufschlag zu addieren. Für den Gewinn stimmt das. Für den Forderungsausfall nicht: Wenn fünf Prozent des Umsatzes nie bezahlt werden, fällt ein Aufschlag von fünf Prozent bei genau diesen Rechnungen mit aus. Gedeckt ist der Ausfall erst, wenn durch den Gegenwert geteilt wird.
Auf 100 Euro Selbstkosten bei fünf Prozent Ausfall: als Aufschlag gerechnet105,00 €, richtig gerechnet105,26 €. Bei ein bis zwei Prozent ist der Unterschied klein. Wer mit fünf Prozent kalkuliert, weil er die Erfahrung gemacht hat, merkt ihn.
Ein Widerspruch, den wir nicht wegglätten
Die verbreiteten Angaben zu den Produktivstunden passen nicht zusammen, und das ist der wichtigste Unsicherheitsfaktor dieser Rechnung:
- Von 2.080 Jahresstunden seien rund 1.400 produktiv.
- Bei rund 1.680 Anwesenheitsstunden blieben 1.250 bis 1.600 produktive Stunden.
- Unproduktive Zeiten lägen bei 25 bis 35 Prozent der Anwesenheitszeit.
Rechnet man die dritte Angabe auf die zweite, landet man bei1092 bis1600 Stunden. Der oft genannte Planwert von 1400 setzt dagegen einen unproduktiven Anteil von etwa fünfzehn Prozent voraus. Beides steht nebeneinander im Umlauf.
Wir lösen das nicht auf, wir zeigen es. Der Vorgabewert von25 Prozent liegt am unteren Rand der dritten Angabe und damit am vorsichtigen Ende. Das ist die richtige Richtung für ein Werkzeug, dessen Zweck es ist, zu optimistische Kalkulation sichtbar zu machen. Die Empfindlichkeitstabelle im Ergebnis zeigt ohnehin, was andere Annahmen aus dem Satz machen: Das ist ehrlicher als ein Wert, der Genauigkeit vortäuscht.
Was dieses Modell nicht kann
- Es sagt nichts über Marktpreise. Es sagt, was kosten muss, damit die Rechnung aufgeht. Ob das durchsetzbar ist, ist eine andere Frage und keine der Kalkulation.
- Es rechnet einen Mischsatz, keine Differenzierung nach Arbeitsart. Wer teure und billige Arbeitsplätze hat, braucht danach eine zweite Runde.
- Es ersetzt keinen Steuerberater. Der Puffer für die Einkommensteuer ist ein grober Aufschlag, keine Veranlagung.
- Es kennt keine Saison innerhalb des Jahres. Alle Werte sind Jahreswerte.
- Es rechnet Material nicht mit. Materialaufschlag ist eine eigene Entscheidung und eine eigene Rechnung.
Quellen
- WHK Controlling, Stundenverrechnungssatz berechnen, abgerufen am 2026-09-16.
- Bosch OfficeOn, Stundensatz berechnen im Handwerk, abgerufen am 2026-09-16.
- Gernoth, Stundensatzkalkulation im Handwerk, abgerufen am 2026-09-16.
Alle Vorgabewerte, die keiner Quelle zugeordnet sind, sind als Annahme gekennzeichnet und im Rechner frei änderbar. Beitragssätze ändern sich jährlich: Der Stand dieser Seite ist der 16. September 2026.
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