Zum Inhalt springen
stundensatz-handwerk.deRealistisch kalkulieren. Besser arbeiten.

Kalkulation im SHK-Handwerk

Stundenverrechnungssatz Heizungs- und Sanitärbetrieb berechnen

Bereitschaft, die niemand bezahlt, ein Fahrzeug voller gebundenem Kapital, Herstellerzertifikate im Jahresabo.

  • Praxisnah
  • Unabhängig
  • In wenigen Minuten

Mit den typischen Werten dieses Gewerks ergibt die Rechnung einen Angebotssatz zwischen83,16 € und110,75 € netto je Stunde. Die Spanne ist nicht abgeschrieben, sondern durchgerechnet: unten steht, aus welchen zwei Betriebsbildern sie entsteht.

Rechner mit den Vorgaben im SHK-Handwerk

Dein kostendeckender Stundensatz

95,07 €

pro Stunde (netto)

Für Privatkunden mit Umsatzsteuer: 113,14 €

So bleibt dein Betrieb stark.

Annahmen

Die Rechnung benutzt deine Eingaben. Jeder Vorgabewert hat eine Quelle oder ist als Annahme gekennzeichnet.

Annahmen und Quellen anzeigen

Ergebnis teilen oder speichern

Deine Eingaben stehen in der Adresszeile. Wer den Link oeffnet, sieht dieselbe Rechnung mit allen Feldern vorausgefuellt. Als Lesezeichen ist er deine gespeicherte Kalkulation.

Ergebnis sichern

Drucken oder als PDF speichern. Der Rechenweg ist mit dabei.

1. Deine wichtigsten Werte

Nur die wichtigsten Angaben. Den Rest kannst du später anpassen.

%

Anteil der Anwesenheitszeit, für den keine Rechnung entsteht: Fahrzeiten, Rüst- und Räumzeiten, Materialbeschaffung, Angebote schreiben, Büro, Gewährleistung, Leerlauf. Übliche Angaben liegen zwischen 25 und 35 Prozent. Dieses eine Feld bewegt das Ergebnis stärker als alle Gemeinkosten zusammen.

Std.

Die tatsächliche Wochenarbeitszeit, nicht die vertragliche. Gerechnet wird intern mit dem Fünftel daraus je Arbeitstag.

Euro

Was am Monatsende für dich übrig bleiben soll. Nicht der Umsatz, nicht der Gewinn: das, was auf dein Privatkonto geht.

Nur die, die abrechenbare Stunden leisten. Büro und Leitung gehören in die Gemeinkosten.

Euro

Durchschnitt über alle produktiven Kräfte.

Euro

Solange du nicht selbst abrechenbar mitarbeitest, bist du Overhead. Wer diesen Posten weglässt, arbeitet unbezahlt und merkt es erst beim Jahresabschluss.

%

Für Rücklagen, Investitionen und das, was schiefgeht. Marktüblich sind zehn bis fünfzehn Prozent.

Betriebsform
Arbeitszeit und Ausfall

Wie viele Stunden im Jahr überhaupt abrechenbar sind. Das ist der wirkungsvollste Teil der ganzen Rechnung, und der am häufigsten zu optimistisch geschätzte.

TageAuch als Solo: Tage, an denen nicht gearbeitet wird, sind Tage ohne Rechnung.

TageRealistisch schätzen. Der Durchschnitt liegt bei etwa zwölf bis fünfzehn Tagen.

TageGesetzliche Feiertage, die auf einen Werktag fallen. Je Bundesland neun bis dreizehn.

TageSchulungen, Herstellerzertifikate, Innungstermine.

TageTage ohne Arbeit, an denen niemand krank ist: Wetter, Auftragsflaute, Baustellenstillstand. Im Dachdeckerhandwerk ein eigener Block, in vielen Gewerken null.

Lohn und Vorsorge

Als Solo bezahlst du deine Sozialversicherung vollständig selbst, nicht zur Hälfte. Genau diese Hälfte fehlt in den meisten Bauchkalkulationen.

%Grober Aufschlag auf den Unternehmerlohn. Die genaue Zahl macht der Steuerberater.

EuroDer volle Beitrag, nicht der halbe. Das ist der Posten, der Soloselbstständige regelmäßig überrascht.

EuroFreiwillige Rentenversicherung, Versorgungswerk, private Vorsorge.

EuroIm Handwerk der wichtigste und am häufigsten fehlende Schutz.

Gemeinkosten

Alles, was läuft, egal ob heute eine Rechnung entsteht. Lieber grob vollständig als genau lückenhaft.

EuroLeasing oder Abschreibung, Kraftstoff, Versicherung, Steuer, Wartung, Reifen.

EuroMiete und Nebenkosten. Bei Arbeit von zu Hause der anteilige Betrag.

EuroAbschreibung, Reparatur, Ersatz, Prüfung und Kalibrierung.

EuroBohrer, Klingen, Schleifmittel, Abdeckmaterial, Befestigung.

EuroBetriebshaftpflicht, Rechtsschutz, Inhalt, Elektronik.

EuroJahresabschluss, laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung.

EuroHandwerkersoftware, Lizenzen, Mobilfunk, Anschluss.

EuroWebsite, Fahrzeugbeschriftung, Anzeigen, Drucksachen.

EuroMiete, Ausstattung, Material. Null, wenn das Büro in der Werkstatt steckt.

EuroAuch die jährliche Prüfung der Schutzausrüstung, wo sie vorgeschrieben ist.

EuroPflichtbeiträge und freiwillige Mitgliedschaften.

EuroKurse, Herstellerzertifikate, Fachliteratur, Normenzugang.

EuroZinsen für Kredite und Kontokorrent, auch für gebundenes Lagerkapital.

EuroEntsorgung, Beiträge, Bewirtung, alles ohne eigene Zeile.

Zuschläge

Ohne Gewinn ist der Betrieb keine Firma, sondern ein teures Hobby mit Steuernummer.

%Anteil des Umsatzes, der nie bezahlt wird. Üblich ein bis drei Prozent. Wird als Divisor gerechnet, nicht als Aufschlag: warum, steht auf der Seite Methodik.

%Für den Bruttosatz an Privatkunden. Als Kleinunternehmer nach Paragraf 19 UStG: null.

Freiwillig. Daraus entsteht die Deckungslücke.

Euro

So wird gerechnet

Jede Zwischensumme steht da. Wer sieht, wie gerechnet wurde, muss nicht glauben.

PositionBetrag
Werktage im Jahr365 Kalendertage abzüglich 104 Wochenendtage.261 Tage
Abzüglich Feiertage-11 Tage
Abzüglich Urlaub-30 Tage
Abzüglich Krankheit-12 Tage
Abzüglich Weiterbildung-3 Tage
Anwesenheitstage205 Tage
AnwesenheitsstundenAnwesenheitstage mal Stunden je Tag.1.640 h
Unproduktiver AnteilFahrt, Rüstzeit, Materialbeschaffung, Büro, Gewährleistung, Leerlauf.30 %
Produktivstunden je Kopf1.148 h
Produktivstunden gesamt1.148 h
Kalkulatorische PersonalkostenUnternehmerlohn samt Steuerpuffer, Kranken- und Pflegeversicherung in voller Höhe, Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit.65.700,00 €
Gemeinkosten29.800,00 €
Kosten gesamt95.500,00 €
Selbstkosten je ProduktivstundeKosten gesamt geteilt durch Produktivstunden gesamt.83,19 €
Gewinn- und Wagniszuschlag12 %
ForderungsausfallAls Divisor gerechnet, nicht als Aufschlag. Erklärung auf der Seite Methodik.2 %
Angebotsstundensatz netto95,07 €
Bruttosatz mit 19 Prozent UmsatzsteuerGilt für Privatkunden. Gewerbliche Kunden ziehen die Vorsteuer ab.113,14 €

Wenn du weniger Stunden schaffst

Die Produktivstunden sind die unsicherste Zahl der ganzen Rechnung. Hier steht, was ein Irrtum kostet.

Produktive Stunden je KopfAngebotssatz (netto)Abweichung
848128,71 €+35,4 %
948115,13 €+21,1 %
1.048104,14 €+9,5 %
1.148Aktuell95,07 €0 %
1.24887,45 €-8 %

Das Ergebnis ist eine Kalkulationshilfe, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Wie gerechnet wird und woher die Vorgabewerte kommen, steht auf Methodik.

Was dieses Gewerk kalkulatorisch besonders macht

Das SHK-Handwerk hat den unangenehmsten unproduktiven Anteil aller hier betrachteten Gewerke, und zwar aus zwei Richtungen gleichzeitig: hohe Fahrzeitanteile durch viele kleine Einsätze und eine Bereitschaft, die Zeit bindet, ohne verlässlich Umsatz zu erzeugen.

Das ist der Grund, warum die Vorgabe auf dieser Seite bei dreißig Prozent liegt und nicht bei den fünfundzwanzig der allgemeinen Kalkulation. Wer viele kurze Einsätze fährt, verliert pro Auftrag Anfahrt und Rüstzeit, und zwar unabhängig davon, ob der Auftrag zwanzig Minuten oder vier Stunden dauert. Zehn Kleinaufträge in der Woche kosten mehr unproduktive Zeit als zwei Großbaustellen.

Daraus folgt eine Einsicht, die über die Kalkulation hinausgeht: Im SHK-Handwerk ist die Auftragsstruktur ein Kalkulationsparameter. Wer den Anteil kleiner Wartungseinsätze erhöht, muss entweder den Stundensatz erhöhen oder eine Anfahrtspauschale einführen, die diesen Verlust auffängt. Beides ist legitim, keines von beidem passiert von allein.

Die zweite Besonderheit ist die Kapitalbindung. Anders als ein Maler, der Material projektbezogen kauft, fährt ein SHK-Betrieb ein Lager spazieren. Dieses Kapital steht in keiner Gemeinkostenzeile, verursacht aber Kosten. Wer mit Kontokorrent arbeitet, findet sie in den Finanzierungskosten wieder, und genau dort gehören sie in diese Kalkulation.

Zusammengenommen ergibt das ein Gewerk, dessen ehrlicher Stundensatz spürbar über dem liegt, was die reine Lohnrechnung nahelegt. Der Abstand entsteht nicht durch höhere Löhne, sondern durch Zeit, die niemand abrechnet, und Kapital, das niemand einrechnet.

Kostentreiber, die andere Gewerke nicht haben

Bereitschaft ist Arbeitszeit, die keine Rechnung erzeugt
Wer Notdienst anbietet, bindet Abende und Wochenenden, ohne dass daraus verlässlich Umsatz entsteht. Im Angestelltenverhältnis kostet Bereitschaft Geld, solo kostet sie Lebenszeit und Erreichbarkeit. In beiden Fällen ist sie ein Kostenblock, der in keiner Standardvorlage vorkommt und der über einen Zuschlag im Stundensatz oder über einen echten Notdienstzuschlag gedeckt werden muss.
Das Fahrzeug ist ein Lager, und Lager kostet Kapital
Ein gut bestückter SHK-Transporter fährt mit Material herum, das eingekauft, aber noch nicht abgerechnet ist. Dieses gebundene Kapital taucht in keiner Gemeinkostenzeile auf, verursacht aber Finanzierungskosten und bindet Liquidität. Dazu kommt der Schwund: Was zwei Jahre im Regal liegt, wird oft nicht mehr verbaut.
Herstellerzertifikate als wiederkehrende Pflicht
Für Wärmepumpen, Brennwertgeräte und Regelungstechnik verlangen die Hersteller eigene Schulungen, teils mit jährlicher Auffrischung. Ohne Zertifikat gibt es keine Gewährleistungsabwicklung und bei manchen Herstellern keinen Bezug. Das ist keine freiwillige Weiterbildung, sondern eine Lizenzgebühr für den Marktzugang.
Schweres Werkzeug mit Prüfpflicht
Pressmaschinen, Kernbohrgeräte, Kamerabefahrung, Spülkompressor: Die Werkzeugliste ist lang, teuer und teilweise prüfpflichtig. Die Abschreibung darauf ist deutlich höher als in Gewerken, die vor allem mit Handwerkzeug arbeiten.

Typische Kalkulationsfehler im SHK-Handwerk

Der Notdienst läuft als Kulanz mit
Bereitschaft ohne Zuschlag ist eine Subvention an den Kunden, finanziert aus dem eigenen Feierabend. Entweder sie steht als Zuschlag auf der Rechnung, oder sie steckt als Aufschlag im normalen Stundensatz. Nicht kalkuliert ist keine der beiden Möglichkeiten.
Der Materialaufschlag folgt dem Einkauf nicht nach
Die Einkaufspreise für Rohre, Fittings und Geräte haben sich in den letzten Jahren stark bewegt. Ein Aufschlagsatz, der vor drei Jahren die Beschaffungs-, Lager- und Gewährleistungskosten deckte, deckt sie heute womöglich nicht mehr. Der Aufschlag gehört genauso in die jährliche Überprüfung wie der Stundensatz.
Die Förderkonjunktur wird als Normalzustand gerechnet
Die Auftragslage im Heizungsbau hängt spürbar an politischen Entscheidungen. Wer seine Produktivstunden am Boomjahr ausrichtet, baut seinen Stundensatz auf eine Auslastung, die sich mit einer Gesetzesänderung erledigen kann.

Woher die Spanne oben kommt

Statt eine Marktspanne ohne Herkunft abzuschreiben, rechnet diese Seite zwei nachvollziehbare Betriebsbilder desselben Gewerks durch. Beide lassen sich im Rechner oben nachstellen.

Solobetrieb ohne Notdienst, überwiegend geplante Arbeiten, kleines Lager.83,16 €
Solobetrieb mit Notdienst, hoher Anteil Kleinaufträge, gut bestücktes Fahrzeug.110,75 €

Häufige Fragen

Wie kalkuliere ich den Notdienst richtig?
Es gibt zwei saubere Wege, und beide sind besser als der dritte. Entweder die Bereitschaft wird über einen Zuschlag auf der Rechnung bezahlt, oder sie wird als Kostenblock in den normalen Stundensatz eingerechnet und damit von allen Kunden mitgetragen. Der dritte Weg ist, sie gar nicht zu kalkulieren, und das heißt: aus dem eigenen Feierabend zu finanzieren.
Gehört das Material im Fahrzeug in die Kalkulation?
Nicht als Materialkosten, aber als gebundenes Kapital. Was eingekauft, aber noch nicht abgerechnet ist, kostet Zinsen oder bindet Liquidität, und ein Teil davon wird nie verbaut. Beides gehört in die Gemeinkosten, meist bei Finanzierung und Sonstiges. Bei einem gut bestückten Transporter ist das kein Rundungsfehler.
Wie hoch sollte der Materialaufschlag sein?
Hoch genug, um Beschaffung, Lagerung, Schwund und Gewährleistung auf das Material zu decken. Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, aber es gibt eine verlässliche Prüfung: Wenn der Aufschlag seit Jahren unverändert ist, während die Einkaufspreise sich deutlich bewegt haben, deckt er heute weniger als damals. Der Aufschlag gehört genauso in die jährliche Überprüfung wie der Stundensatz.
Warum liegt mein unproduktiver Anteil höher als in anderen Gewerken?
Weil die Auftragsstruktur ihn bestimmt. Zehn kurze Wartungseinsätze in der Woche kosten zehnmal Anfahrt und zehnmal Rüstzeit, zwei Großbaustellen kosten zweimal. Der Anteil ist damit weniger eine Eigenschaft des Gewerks als eine Folge der Auftragsmischung, und er lässt sich über eine Anfahrtspauschale oder eine Mindestabrechnungszeit gezielt beeinflussen.

Verwandte Gewerke

Alle Gewerke nebeneinander: Stundensätze nach Gewerk im Vergleich. Wie gerechnet wird: Methodik. Zurück zumallgemeinen Rechner.