Kalkulation der KFZ-Werkstatt
Stundenverrechnungssatz KFZ-Werkstatt berechnen
Wenig Fahrzeit, dafür eine Werkstatt voller Abschreibung und Softwarelizenzen, die jedes Jahr wiederkommen.
- Praxisnah
- Unabhängig
- In wenigen Minuten
Mit den typischen Werten dieses Gewerks ergibt die Rechnung einen Angebotssatz zwischen87,01 € und124,83 € netto je Stunde. Die Spanne ist nicht abgeschrieben, sondern durchgerechnet: unten steht, aus welchen zwei Betriebsbildern sie entsteht.
Rechner mit den Vorgaben der KFZ-Werkstatt
Dein kostendeckender Stundensatz
101,15 €
pro Stunde (netto)
Für Privatkunden mit Umsatzsteuer: 120,37 €
So bleibt dein Betrieb stark.
Deckungslücke
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1. Deine wichtigsten Werte
Nur die wichtigsten Angaben. Den Rest kannst du später anpassen.
Anteil der Anwesenheitszeit, für den keine Rechnung entsteht: Fahrzeiten, Rüst- und Räumzeiten, Materialbeschaffung, Angebote schreiben, Büro, Gewährleistung, Leerlauf. Übliche Angaben liegen zwischen 25 und 35 Prozent. Dieses eine Feld bewegt das Ergebnis stärker als alle Gemeinkosten zusammen.
Die tatsächliche Wochenarbeitszeit, nicht die vertragliche. Gerechnet wird intern mit dem Fünftel daraus je Arbeitstag.
Was am Monatsende für dich übrig bleiben soll. Nicht der Umsatz, nicht der Gewinn: das, was auf dein Privatkonto geht.
Nur die, die abrechenbare Stunden leisten. Büro und Leitung gehören in die Gemeinkosten.
Durchschnitt über alle produktiven Kräfte.
Solange du nicht selbst abrechenbar mitarbeitest, bist du Overhead. Wer diesen Posten weglässt, arbeitet unbezahlt und merkt es erst beim Jahresabschluss.
Für Rücklagen, Investitionen und das, was schiefgeht. Marktüblich sind zehn bis fünfzehn Prozent.
Arbeitszeit und Ausfall
Wie viele Stunden im Jahr überhaupt abrechenbar sind. Das ist der wirkungsvollste Teil der ganzen Rechnung, und der am häufigsten zu optimistisch geschätzte.
TageAuch als Solo: Tage, an denen nicht gearbeitet wird, sind Tage ohne Rechnung.
TageRealistisch schätzen. Der Durchschnitt liegt bei etwa zwölf bis fünfzehn Tagen.
TageGesetzliche Feiertage, die auf einen Werktag fallen. Je Bundesland neun bis dreizehn.
TageSchulungen, Herstellerzertifikate, Innungstermine.
TageTage ohne Arbeit, an denen niemand krank ist: Wetter, Auftragsflaute, Baustellenstillstand. Im Dachdeckerhandwerk ein eigener Block, in vielen Gewerken null.
Lohn und Vorsorge
Als Solo bezahlst du deine Sozialversicherung vollständig selbst, nicht zur Hälfte. Genau diese Hälfte fehlt in den meisten Bauchkalkulationen.
%Grober Aufschlag auf den Unternehmerlohn. Die genaue Zahl macht der Steuerberater.
EuroDer volle Beitrag, nicht der halbe. Das ist der Posten, der Soloselbstständige regelmäßig überrascht.
EuroFreiwillige Rentenversicherung, Versorgungswerk, private Vorsorge.
EuroIm Handwerk der wichtigste und am häufigsten fehlende Schutz.
Lohn und Vorsorge
Je produktivem Mitarbeiter. Der Bruttolohn ist nur etwa die Hälfte der Rechnung.
EuroUrlaubs- und Weihnachtsgeld, Prämien.
%Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Richtwert rund 21 Prozent.
%Lohnfortzahlung, Mutterschaft, Insolvenzgeld.
%Stark gewerkeabhängig. Elektro liegt niedrig, Dacharbeiten hoch. Die richtige Zahl steht im eigenen Beitragsbescheid.
EuroZuschüsse und vermögenswirksame Leistungen.
Gemeinkosten
Alles, was läuft, egal ob heute eine Rechnung entsteht. Lieber grob vollständig als genau lückenhaft.
EuroLeasing oder Abschreibung, Kraftstoff, Versicherung, Steuer, Wartung, Reifen.
EuroMiete und Nebenkosten. Bei Arbeit von zu Hause der anteilige Betrag.
EuroAbschreibung, Reparatur, Ersatz, Prüfung und Kalibrierung.
EuroBohrer, Klingen, Schleifmittel, Abdeckmaterial, Befestigung.
EuroBetriebshaftpflicht, Rechtsschutz, Inhalt, Elektronik.
EuroJahresabschluss, laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung.
EuroHandwerkersoftware, Lizenzen, Mobilfunk, Anschluss.
EuroWebsite, Fahrzeugbeschriftung, Anzeigen, Drucksachen.
EuroMiete, Ausstattung, Material. Null, wenn das Büro in der Werkstatt steckt.
EuroAuch die jährliche Prüfung der Schutzausrüstung, wo sie vorgeschrieben ist.
EuroPflichtbeiträge und freiwillige Mitgliedschaften.
EuroKurse, Herstellerzertifikate, Fachliteratur, Normenzugang.
EuroZinsen für Kredite und Kontokorrent, auch für gebundenes Lagerkapital.
EuroEntsorgung, Beiträge, Bewirtung, alles ohne eigene Zeile.
Zuschläge
Ohne Gewinn ist der Betrieb keine Firma, sondern ein teures Hobby mit Steuernummer.
%Anteil des Umsatzes, der nie bezahlt wird. Üblich ein bis drei Prozent. Wird als Divisor gerechnet, nicht als Aufschlag: warum, steht auf der Seite Methodik.
%Für den Bruttosatz an Privatkunden. Als Kleinunternehmer nach Paragraf 19 UStG: null.
Freiwillig. Daraus entsteht die Deckungslücke.
EuroSo wird gerechnet
Jede Zwischensumme steht da. Wer sieht, wie gerechnet wurde, muss nicht glauben.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Werktage im Jahr365 Kalendertage abzüglich 104 Wochenendtage. | 261 Tage |
| Abzüglich Feiertage | -11 Tage |
| Abzüglich Urlaub | -30 Tage |
| Abzüglich Krankheit | -12 Tage |
| Abzüglich Weiterbildung | -3 Tage |
| Anwesenheitstage | 205 Tage |
| AnwesenheitsstundenAnwesenheitstage mal Stunden je Tag. | 1.640 h |
| Unproduktiver AnteilFahrt, Rüstzeit, Materialbeschaffung, Büro, Gewährleistung, Leerlauf. | 22 % |
| Produktivstunden je Kopf | 1.279 h |
| Produktivstunden gesamt | 1.279 h |
| Kalkulatorische PersonalkostenUnternehmerlohn samt Steuerpuffer, Kranken- und Pflegeversicherung in voller Höhe, Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit. | 65.700,00 € |
| Gemeinkosten | 47.500,00 € |
| Kosten gesamt | 113.200,00 € |
| Selbstkosten je ProduktivstundeKosten gesamt geteilt durch Produktivstunden gesamt. | 88,51 € |
| Gewinn- und Wagniszuschlag | 12 % |
| ForderungsausfallAls Divisor gerechnet, nicht als Aufschlag. Erklärung auf der Seite Methodik. | 2 % |
| Angebotsstundensatz netto | 101,15 € |
| Bruttosatz mit 19 Prozent UmsatzsteuerGilt für Privatkunden. Gewerbliche Kunden ziehen die Vorsteuer ab. | 120,37 € |
Wenn du weniger Stunden schaffst
Die Produktivstunden sind die unsicherste Zahl der ganzen Rechnung. Hier steht, was ein Irrtum kostet.
| Produktive Stunden je Kopf | Angebotssatz (netto) | Abweichung |
|---|---|---|
| 979 | 132,15 € | +30,6 % |
| 1.079 | 119,90 € | +18,5 % |
| 1.179 | 109,73 € | +8,5 % |
| 1.279Aktuell | 101,15 € | 0 % |
| 1.379 | 93,82 € | -7,3 % |
Das Ergebnis ist eine Kalkulationshilfe, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Wie gerechnet wird und woher die Vorgabewerte kommen, steht auf Methodik.
Was dieses Gewerk kalkulatorisch besonders macht
Die KFZ-Werkstatt ist unter den hier betrachteten Gewerken der Gegenentwurf zum Bauhandwerk: Der Kunde kommt zur Arbeit, nicht die Arbeit zum Kunden. Das senkt den unproduktiven Anteil deutlich, verlagert die Kosten aber vom Fahrzeug in die Immobilie und die Ausrüstung.
Genau deshalb führt eine allgemeine Handwerksvorlage hier besonders zuverlässig in die Irre. Sie sieht ein gut ausgestattetes Fahrzeug und ein überschaubares Werkzeuglager vor. Eine Werkstatt hat es umgekehrt: ein bescheidenes Fahrzeug und eine Halle, in der ein sechsstelliger Betrag an Ausrüstung steht.
Der eigentliche Unterschied sind die wiederkehrenden Lizenzkosten. Kein anderes Handwerk zahlt jedes Jahr dafür, seine eigenen Werkzeuge weiter benutzen zu dürfen. Diese Position sollte in der Kalkulation eine eigene Zeile bekommen, damit sie beim nächsten Durchgang nicht wieder untergeht.
Beim niedrigen unproduktiven Anteil ist Vorsicht geboten. Zweiundzwanzig Prozent sind realistisch, null wäre es nicht. Kundenannahme, Teilebestellung, Wartezeiten auf Lieferungen, Probefahrten und Gewährleistungsabwicklung summieren sich, und sie verteilen sich über den Tag, statt in einem Block aufzufallen.
In der Gesamtschau landet die Werkstatt bei einem Stundensatz, der dem der Bauhandwerke ähnelt, aber aus völlig anderen Bestandteilen entsteht: weniger verlorene Zeit, dafür ein Fixkostenblock, der auch dann läuft, wenn die Hebebühne leer ist. Das macht die Auslastung zur entscheidenden Größe, und die Empfindlichkeitstabelle zeigt, wie schnell sie durchschlägt.
Kostentreiber, die andere Gewerke nicht haben
- Diagnosesoftware als jährliche Lizenzrechnung
- Der stille Kostenfresser dieses Gewerks. Das Diagnosegerät ist einmal teuer, die Herstellerlizenzen sind es jedes Jahr wieder, und wer mehrere Marken bedient, zahlt mehrfach. Diese Position steht in keiner allgemeinen Handwerksvorlage, weil kein anderes Gewerk sie kennt, und sie erreicht schnell eine Größenordnung, die den Stundensatz spürbar bewegt.
- Die Werkstatt selbst ist der größte Einzelposten
- Hebebühne, Achsvermessung, Klimaservicegerät, Bremsenprüfstand, Reifenmontiermaschine: Das ist gebundenes Kapital mit Abschreibung und Wartung, und ein Teil davon ist prüfpflichtig. Anders als bei den Bauhandwerken steckt der Kostenblock hier nicht im Fahrzeug, sondern in der Halle.
- Ersatzwagen sind eine Kostenstelle, keine Geste
- Ein Ersatzwagen kostet Anschaffung, Versicherung, Steuer, Wartung und Standfläche. Er wird meist als Serviceleistung ohne Berechnung vergeben und taucht deshalb in der Kalkulation überhaupt nicht auf. Er gehört in die Gemeinkosten, egal ob er dem Kunden berechnet wird oder nicht.
- Entsorgung mit Nachweispflicht
- Altöl, Altreifen, Batterien, Bremsflüssigkeit, Kältemittel: Entsorgung ist hier kein Nebenposten, sondern ein laufender Vertrag mit Nachweispflicht. Die Kosten sind planbar, werden aber selten sauber eingerechnet.
- Niedriger unproduktiver Anteil, aber nicht null
- Wer in der eigenen Halle arbeitet, verliert kaum Zeit an Anfahrt und Rüstzeit. Dafür kommen Teilebestellung, Warten auf Lieferungen, Kundenannahme, Probefahrten und Garantieabwicklung dazu. Zweiundzwanzig Prozent sind deshalb ein realistischer Startwert und nicht der Ausreißer nach unten, für den man ihn halten könnte.
Typische Kalkulationsfehler der KFZ-Werkstatt
- Die Softwarelizenzen fehlen in den Gemeinkosten
- Weil sie einmal im Jahr per Lastschrift abgehen und nicht wie Werkzeug im Regal stehen, werden sie in der Kalkulation regelmäßig vergessen. Bei mehreren Marken ist das ein vierstelliger Betrag, der direkt auf den Stundensatz durchschlägt.
- Ein Satz für alle Arbeiten
- Karosserie, Mechanik, Elektronik und Reifenwechsel binden unterschiedlich teure Arbeitsplätze. Ein einheitlicher Verrechnungssatz quersubventioniert die teuren Arbeiten mit den billigen und macht ausgerechnet die aufwendigen Aufträge unrentabel. Der Rechner liefert die Basis, die Differenzierung danach ist eine eigene Entscheidung.
- Die Herstellervorgabe wird für die eigene Kalkulation gehalten
- Arbeitswerte aus der Herstellerdatenbank sagen, wie lange eine Arbeit dauern soll. Sie sagen nichts darüber, was die eigene Stunde kostet. Wer beides verwechselt, übernimmt die Kalkulation eines Konzerns mit einer völlig anderen Kostenstruktur.
Woher die Spanne oben kommt
Statt eine Marktspanne ohne Herkunft abzuschreiben, rechnet diese Seite zwei nachvollziehbare Betriebsbilder desselben Gewerks durch. Beide lassen sich im Rechner oben nachstellen.
| Kleine freie Werkstatt, gemietete Halle, eine Marke, Grundausstattung. | 87,01 € |
|---|---|
| Werkstatt mit mehreren Marken, Achsvermessung, Klimaservice und Ersatzwagenflotte. | 124,83 € |
Häufige Fragen
- Gehören die jährlichen Diagnose-Softwarelizenzen wirklich in den Stundensatz?
- Ja, und zwar in eine eigene Zeile, damit sie beim nächsten Durchgang nicht wieder untergeht. Sie fallen einmal jährlich per Lastschrift an und stehen nicht sichtbar im Regal, deshalb werden sie übersehen. Bei mehreren Marken erreichen sie eine Größenordnung, die den Stundensatz spürbar bewegt.
- Soll ich für alle Arbeiten denselben Verrechnungssatz nehmen?
- Für den Anfang ja, auf Dauer besser nicht. Karosserie, Mechanik, Elektronik und Reifenwechsel binden unterschiedlich teure Arbeitsplätze. Ein einheitlicher Satz lässt die billigen Arbeiten die teuren mitfinanzieren und macht ausgerechnet die aufwendigen Aufträge unrentabel. Dieser Rechner liefert die Basis, die Differenzierung danach ist eine eigene Entscheidung.
- Wie rechne ich den Ersatzwagen ein, den ich kostenlos stelle?
- Als Gemeinkosten. Anschaffung oder Leasing, Versicherung, Steuer, Wartung und Stellfläche fallen an, unabhängig davon, ob dem Kunden etwas berechnet wird. Kostenlos ist er für den Kunden, nicht für die Werkstatt, und genau deshalb muss er über den Stundensatz wieder hereinkommen.
- Kann ich die Arbeitswerte des Herstellers als Kalkulationsgrundlage nehmen?
- Nein, das sind zwei verschiedene Dinge. Arbeitswerte sagen, wie lange eine Arbeit dauern soll. Der Stundensatz sagt, was die eigene Stunde kostet. Wer die Herstellervorgabe für die eigene Kalkulation hält, übernimmt die Kostenstruktur eines Konzerns mit ganz anderen Fixkosten und ganz anderer Auslastung.
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Bereitschaft, die niemand bezahlt, ein Fahrzeug voller gebundenem Kapital, Herstellerzertifikate im Jahresabo.
- Maler und Lackierer
Das Gewerk mit dem höchsten Rüstzeitanteil. Abkleben und Abdecken ist die halbe Arbeit und steht auf keiner Rechnung.
Alle Gewerke nebeneinander: Stundensätze nach Gewerk im Vergleich. Wie gerechnet wird: Methodik. Zurück zumallgemeinen Rechner.
